So legst du ein Projektbuch an - Eine Anleitung in 12 Schritten

Das Projektbuch ist ein wunderbares Tool für Scanner-Persönlichkeiten, um die eigenen Ideen zu strukturieren und Ordnung in das Gedanken- und Projektchaos im Kopf zu bekommen.

 

Im Projektbuch dürfen sich all deine Ideen, Gedanken und Projekte ausbreiten und du kannst ihnen auf spielerische und kreative Weise Raum zur Entfaltung geben.

 

In diesem Artikel zeige ich dir konkret, wie du in 12 Schritten dein eigenes kreatives Projektbuch anlegen kannst, damit keine deiner Ideen mehr verloren geht.

Hier ein paar Einblicke in mein persönliches Projektbuch

 

1.) Entscheide dich für dein Projektbuch

 

 

Besorge dir ein leeres, am besten unliniertes Blanko-Notizbuch. Achte dabei auf ein möglichst großes Format, denn kreative Ideen brauchen Platz.

 

Achte auch darauf, dass das Papier fest genug ist, so dass nichts durch die Seiten schimmert, wenn du z.B. mit Filzstift, Tinte oder Fineliner in deinem Projektbuch arbeitest.

 

Eine gute Quelle für schöne, großformatige Notizbücher sind Läden für Künstlerbedarf. Aber auch in einem gut sortierten Schreibwarenladen kannst du fündig werden.

 

Wichtig ist vor allem, dass sich dein Buch gut für dich anfühlt. Streiche mit der Hand über das Paper und den Einband, teste verschiedene Materialien und Formate aus und entscheide dich für deine Lieblingsfarbe. Alleine beim Ansehen des Buches solltest du schon Lust bekommen, damit zu arbeiten.

 

 

2.) Besorg dir schöne Stifte und weiteres Material

 

Ideen lieben es bunt. Besorge dir also eine ausreichende Anzahl schöner, farbiger Stifte. Ich persönlich arbeite in meinem Projektbuch gerne mit bunten Filzstiften. Du kannst aber auch mit Buntstiften, Kreiden, Finelinern, Tusch etc. experimentieren. Benutze Material, mit dem du dich wohlfühlst, das dir gefällt und das dir Lust macht, damit zu arbeiten.

 

Lege dir außerdem als weiteres Material Tesafilm, Schere, Lineal und PostIts bereit.

 

 

3.) Gestalte das Deckblatt

 

Gestalte das Deckblatt bunt, fröhlich und farbenfroh. Experimentiere mit verschiedenen Stiften und Schriftarten, notiere dein Lieblingszitat oder mach ein paar kleine Zeichnungen, wenn du magst. Die erste Seite ist die Einladung für dein Gehirn, sich auf den Modus "Kreativität" einzulassen. Daher darf es hier gerne ruhig bunt und wild zugehen.

 

Wichtig: Trag deinen Namen, deine Adresse und ggf. deine Telefonnummer vorne auf das Deckblatt ein. Falls dir das Buch mit all deinen wertvollen Ideen einmal verloren gehen sollte, kann es so leichter wieder den Weg zu dir zurück finden.

 

 

4.) Nummeriere die Seiten

 

Lass dabei die letzten drei bis vier Seiten aus. Hier kommt später dein Inhaltsverzeichnis hin.

 

Bei der Nummerierung gibt es zwei Varianten. Du kannst jeder einzelnen Seite (sprich rechter und linker Hälfte einer Doppelseite) eine eigene Seitenzahl geben, oder du nummerierst nur die Doppelseiten durch.

 

Da ich meinen Projekten immer eine komplette Doppelseite Platz zum Austoben gönne, ist in meinem Projektbuch immer nur jede zweite Seite (sprich immer die linke Hälfte einer Doppelseite) nummeriert. So kan ich jedem Projekt eindeutig seine Nummer und Seitenzahl zuweisen.

 

In meinem Projektbuhc stehen die Seiten- bzw. Projektzahlen in der oberen linken Ecke, da ich die unteren Ecken für "Weiterleitungen" (mehr dazu siehe unter Punkt 9) freigehalten habe.

 

 

5.) Lege dein Inhaltsverzeichnis an

 

Nun, da du weißt, wie viele Seiten bzw. Doppelseiten dein Projektbuch hat, gehe zu den letzten, freigelassenen Seiten deines Buches. Trage nun untereinander die Seiten-/Projektzahlen in dein Inhaltsverzeichnis ein. So findest du später deine Projekt gut wieder.

 

 

6.) Gestalte deinen ersten Eintrag

 

Nun hast du die Basis gelegt und kannst starten. Beginne mit der ersten Doppelseite und schreibe den Titel deines Projekts/deiner Idee nach ganz oben.

 

Von nun an sind deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Dein Projektbuch ist DEINE kreative Spielwiese. Hier wird noch nichts zensiert, bewertet oder verworfen. Alle Ideen dürfen ungeordnet und durcheinander sprießen und sich ausbreiten.

 

Mach dir Notizen, schreibe dir Stichpunkte und Checklisten auf, notiere Zitate oder Buchtipps, klebe Ausschnitte aus Illustrierten, die zu deinem Projekt passen ein, male Mindmaps, mach kleine Skizzen und Zeichnungen oder klebe PostIts und Aufkleber hinein. Was immer dir an Gedanken zu deinem Projekt kommt: Hier wird alles gesammelt und hier darf alles ungeordnet zusammenkommen.

 

 

7.) Versuche nicht, es "schön ordentlich" zu machen

 

Versuche nicht, deine Notizen und Ideen sofort in geordneter Struktur zu Papier zu bringen. Der Aspekt der Ordnung kommt in deinem Projektverlauf erst später.

 

Erlaube es dir, kreuz und quer zu schreiben, Kästchen zu malen, Linien zu ziehen, Verbindungen zu schaffen. Dein Kopf muss sich voll und ganz und ohne Beschränkungen auf den Seiten austoben können. Vergiss für einen Moment all die feinsäuberlichen Listen, die du sonst schreibst und erlaube dr, wild und ungezügelt loszuspinnen und deinen Ideen Raum zu geben.

 

 

8.) Versieh jeden Eintrag mit einem Datum

 

Schreibe bei jedem Eintrag, den du machst, das aktuelle Datum dazu. Auch wenn du später deine Ideen mit neuen Eintragungen ergänzt, füge das aktuelle Datum ein.

 

Es mag dir am Anfang noch nicht wichtig erscheinen, aber je länger du dich mit deinem Projektbuch beschäftigst, desto besser bekommst du einen Überblick und ein Gefühl dafür, in welchen Zeiträumen und Wellen sich deine Projekte entwickeln und gestalten.

 

 

9.) Nutze "Weiterleitungen" und Verweise auf andere Projektseiten

 

Die eine Doppelseite hat für dein Projekt nicht gereicht? Oder du stellst fest, dass auf der Seite zu einem völlig anderen Projekt eine Idee steht, die du für das aktuelle Projekt verwenden könntest? Oder hast du zwei oder mehr Projekte, die inhaltlich irgendwie zueinander gehören?

 

Für solche Fälle nutze ich in meinem Projektbuch die "Weiterleitungen" bzw. Verweise.

 

In der unteren Ecke einer Projekt-Doppelseite male ich ein kleines Kästchen mit einem Pfeil sowie dem Namen und der Seitennummer des zu verknüpfenden Projektes. So sind bei mir z.B. die beiden Einzelprojekte "Typografie" und "Handlettering", die jeweils an unterschiedlichen Stellen im Projektbuch stehen, miteinander verknüpft und ich kann mir von dem einen Projekt Inspiration für das andere holen.

 

Noch ein Tipp:  Liegt die zu verknüpfende Seite VOR der aktuellen, lege ich das Kästchen in die linke untere Ecke, mit Pfeil nach außen. Liegt die zu verknüpfende Seite HINTER der aktuellen, kommt das Kästchen in die rechte untere Ecke. So weiß ich sofort auf einen Blick, in welche Richtung ich blättern muss.

 

 

10.) Nutze Tacker und Klarsichthüllen für zusätzliches Material

 

Du hast einen spannenden Zeitungsartikel zu deinem Projekt gefunden? Du hast eine erste Skizze von Hand angefertigt, die du mit im Projektbuch unterbringen willst? Oder du hast eine schöne Postkarte, eine Visitenkarte, einen Brief oder eine andere Kleinigkeit, die unbedingt mit zu deinem Projekt gehört?

 

Um zusätzliches Material in meinem Projektbuch unterzubringen, nutze ich folgenden Trick: Mit einem Tacker hefte ich einfach eine leere Klarsichthülle an den Rand der entsprechenden Projektbuchseite. In ihr kann ich nun das zusätzliche Material oder auch ausgedruckte Skripte und Entwürfe unterbringen.

 

Dadurch, dass die Hülle am Rand der Seite befestigt ist, kann ich sie nach außen hin wegklappen und sehe so trotzdem all meine bisherigen Projekteinträge. Auf diesem Weg kann ich Schmierzettel, Notizen oder andere Kleinigkeiten gleich den richtigen Projekten zuordnen, ohne dass sie verloren gehen.

 

 

11.) Reserviere eine oder mehrere Seiten für Blitz-Ideen

 

Manchmal schießt uns eine Idee blitzartig durch den Kopf, aber wir haben gerade nicht die Zeit oder die Möglichkeit, diese im Projektbuch weiter zu vertiefen.

 

Hierfür nutze ich das Modell der Blitzideen. Kurze Ideenschnipsel, die ich nicht sofort weiter ausführen kann, schreibe ich auf Post Its und klebe diese in eine extra dafür reservierte Seite in meinem Projektbuch.

 

Du kannst dir auch ein extra Blitzideen-Buch anlegen, sprich ein leeres Notizbuch, in dem du die Blitzideen-PostIts gesondert sammelst.

 

Hast du dann später Zeit und Muße, kannst du das PostIt ganz leicht wieder entfernen und ihm eine schöne, neue, große Doppelseite in deinem Projektbuch gönnen. Hier kannst du dann zu einem späteren Zeitpunkt deine Idee weiter ausführen und gestalten.

 

 

12.) Erlaube JEDER Idee, sich in deinem Projektbuch niederzulassen

 

Wirklich JEDER Idee fragst du dich? Ja!

Ob eine Idee wirklich gut oder schlecht ist, kannst du meist zu Anfang noch gar nicht wissen. Und viel zu oft versanden gute Projekte oder verschwinden tolle Ideen, weil wir zu früh glauben, sei seine eh nicht durchführbar, nicht realistisch und überhaupt... wer braucht das schon?

 

Dein Projektbuch ist eine wertungsfreie Zone. Du bist ja nicht dazu verpflichtet, jedes einzelne deiner notierten Projekte auch durchzuführen und umsetzen zu müssen. Manche Projekte machen auch einfach nur so, auf dem Papier schon Spaß. Und manchmal braucht es einfach auch eine Weile, bis die Zeit für ein Projekt "reif" ist. Da wäre es doch schade, wenn deine Ideen von vor einem halben Jahr einfach irgendwo verloren gegangen wären.

 

Erlaube JEDER deiner Ideen, und sei sie noch so verrückt und "spinnert", sich in deinem Projektbuch auszubreiten. Du selbst entscheidest, wie viel Raum du ihr gibst. Aber mache nicht den Fehler, eine Idee zu früh als "unwürdig" für dein Projektbuch zu betrachten. Beginne damit, deinen Ideen - und damit auch dir selbst gegenüber - Wertschätzung entgegen zu bringen. Du wirst sehen... so manche Ideen wird alleine durch die Tatsache des Aufschreibens schon mehr an Gestalt gewinnen.

 

 

 

Ich hoffe, du hattest Freude mit dieser Anleitung und konntest ein paar Ideen für dein persönliches, kreatives Projektbuch mitnehmen.

 

Ich wünsche dir viel Freude beim Gestalten und Umsetzen.

 

Deine Projekte warten auf dich, also - leg los, bleib dran und mach dein Leben #kreafantastisch!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Judith (Freitag, 26 Juli 2019 14:18)

    super schöne Idee mit einem Projektbuch zu arbeiten. Ich hatte zwar schon ein Ideenbuch, aber diese Idee finde ich viel spanndender. Danke für die vielen Anregungen!