Was ist eine Scanner-Persönlichkeit?

(Dieser Artikel wurde am 08.02.2021 aktualisiert)

 

Der Begriff „Scanner“ wurde von der amerikanischen Autorin Barbara Sher geprägt. In ihrem Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“* (übrigens ein absolut empfehlenswerter Lesetipp) erklärt sie diesen Begriff näher.

 

"Scanner" sind vielbegabte Menschen, die gerne mehrere Projekte gleichzeitig am laufen haben, die sich für viele verschiedene, manchmal gar nicht zusammenhängende Bereiche interessieren und denen es oft schwerfällt, an einer Sache dranzubleiben.

 

Andere Begriffe für Scanner sind auch

  • Multiprofessionals
  • Multipotentialites
  • Multitalent
  • Multiheld
  • Vielbegabte
  • Universalgenie
  • Generalist
  • Rennaisance-Souls / Rennaisance-Mensch
  • bunte Zebras (Anne Heintze)
  • Ideenheld (Diana Zenz)
  • Tausendsassa
  • Hans Dampf in allen Gassen
  • Jack of all Trades
  • Dabbler

Häufig beginnt ein Scanner mit viel Leidenschaft und Begeisterung ein neues Projekt. Hat er dann einmal verstanden, worum es geht, oder wie etwas funktioniert, erlischt das Interesse an diesem Thema oft schnell wieder und der Scanner wendet sich einem neuen, spannenderen Projekt zu. Warum auch bei dem alten bleiben - er hat ja gelernt, was er lernen wollte.

 

Der Scanner blüht erst in der Vielfalt so richtig auf. Für Scanner ist der Prozess manchmal wichtiger, als das eigentliche Ergebnis. Er neigt dann aber dazu, sich zwischen all seinen Projekten zu verzetteln, 10 Dinge gleichzeitig anzufangen, aber nichts davon wirklich fertig zu bekommen.

 

Oft (aber nicht zwingend immer) geht das Scanner-Dasein mit Hochbegabung und/oder Hochsensibilität einher. Es gibt jedoch auch Menschen, die „nur“ Scanner sind, ohne dabei hochbegabt oder hochsensibel zu sein. Und nicht jeder Hochsensible oder Hochbegabte ist automatisch auch Scanner.

 

Wie aber unterscheiden sich nun Scanner, Hochbegabte und Hochsensible voneinander ?

Scanner

  • interessieren sich für viele verschiedene Themenbereiche und Interessen
  • springen zwischen verschiedenen Themen hin und her
  • lernen gern und meist schnell Neues
  • können sowohl ein durchschnittliches Intelligenz-Niveau (IQ) als auch eine zusätzlich eine Hochbegabung aufweisen
  • können sowohl über ein durchschnittliches Wahrnehmungs-empfinden verfügen als auch über eine hochsensible Wahrnehmung.

Hochbegabt

  • von einer Hochbegabung spricht man, wenn im Rahmen eines Intelligenztests (IQ-Tests) ein Intelligenzquotient von über 130 festgestellt wird
  • Hochbegabte Menschen können sowohl Spezialisten (Barbara Sher nennt diese "Taucher") als auch Scanner-Persönlichkeiten sein.

Hochsensibel

  • hochsensible Menschen verfügen über ein intensiveres Wahrnehmungs-vermögen als der Durchschnitt der Menschen.
  • Sie nehmen z.B. optische, akustische, taktile Reize usw. sehr intensiv wahr
  • Hochsensible Menschen können, aber müssen nicht gleichzeitig auch Scanner-Persönlichkeiten sein
  • 23 Anzeichen, ob du hochsensibel bist oder nicht, findest du in diesem Artikel von Benedikt Ahlfeld von My Monk

Stärken der Scanner-Persönlichkeit

Scanner sind im höchsten Maße kreativ. Es gelingt ihnen schnell, sich in neue Situationen und Themen einzufinden.

 

Scanner lernen schnell und gerne und können sich gut und schnell in für sie unbekannte Themenbereiche einarbeiten. Oft sind Scanner gute Autodidakten. Menschen mit Scannerpersönlichkeit sind offen für neue Erfahrungen und Möglichkeiten, probieren gerne Neues aus und sehen Verknüpfungen und Chancen, die andere nicht vor Augen haben. Scanner sind wunderbar darin, neue Ideen zu generieren und sie lieben es, im kreativen Fluss zu sein.

 

Am wohlsten fühlt sich ein Scanner, wenn er seine vielen Gaben und Talente möglichst frei ausleben kann. Scanner brauchen Platz und Raum zum spielen, experimentieren und entdecken.

 

Wenn ein Scanner erst einmal verstanden hat, wie er tickt und welche Form von Struktur erbraucht, kann das Scanner-Sein eine unglaubliche Bereicherung für das eigene Leben (und das Leben Anderer) darstellen.

 

Herausforderungen der Scanner-Persönlichkeit

Scanner haben oft große Schwierigkeiten, sich auf etwas festzulegen oder an einer Sache dranzubleiben, weil es so Vieles gibt, was sie interessiert und reizt.

 

Oft ist dies für Scanner-Persönlichkeiten mit dem Gefühl verbunden, irgendwie "verkehrt" zu sein. „Nie bringst du was zu Ende“, „mach doch mal was fertig“, „was, jetzt fängst du schon wieder ein neues Projekt an“ … sind Sätze, die Scanner oft zu hören bekommen. Oft geht dies dann mit einem Gefühl der Unzulänglichkeit und einem negativen Selbstbild einher.

 

"Ich bin so unstrukturiert… oder bin ich einfach nur faul? Was stimmt mit mir nicht? Warum schaffe ich es nicht, Dinge fertig zu bekommen?" Das sind Fragen, die sich Scanner oft stellen.

 

Viele Scanner leiden darunter, Dinge und Projekte nicht beenden zu können und oft sehen sie sich mit Unverständnis und negativen Kommentaren von Seiten der Umwelt konfrontiert, wenn sie wieder einmal mit einer neuen Projektidee um die Ecke kommen.

 

Meist greifen typische Zeit- und Projektmanagement-Tools bei Scannern nicht oder nur zeitlich begrenzt. Scanner "ticken" einfach ein wenig anders. Sie haben eine eigene Vorstellung davon, wann ein Projekt für sie beendet ist oder nicht.

 

Scanner sind jedoch nicht grundsätzlich unstrukturiert - sie brauchen einfach nur andere Strukturen, die flexibler und agiler sind, als die herkömmlichen Methoden. Wenn Menschen mit Scannerpersönlichkeit sich erlauben, ihr Leben und Arbeiten auf eine Art und Weise zu gestalten, die wirklich zu ihnen passt und die ihrer vielseitigen Persönlichkeit gerecht wird, können Scanner Unglaubliches vollbringen.

 

Und, wie Barbara Sher in ihrem Buch schreibt, - Scanner KÖNNEN gar nicht weniger Interessen haben, dafür sind sie einfach nicht geschaffen.

 

Die Vielfältigkeit des Scanner-Daseins kann, wenn sie richtig genutzt und kanalisiert wird, eine riesengroße Bereicherung und Chance sein.

 

Ich bin Scanner - was nun ?

Für mich persönlich war die Erkenntnis, eine Scannerpersönlichkeit zu sein, einer der wichtigsten Meilensteine in meinem Leben. Endlich hatte ich das Gefühl, ok zu sein, so wie ich bin. Dadurch, dass mein „Anderssein“ einen Namen bekam, konnte ich es besser einordnen und damit umgehen.

 

Heute liebe und lebe ich meine Vielseitigkeit von ganzem Herzen. Ich erlaube mir, neue Projekte anzufangen, Dinge halb fertig zu lassen, mich in neue Bereiche zu wagen und viel zu spielen und zu lernen.

 

Und ich habe für mich Wege und Möglichkeiten gefunden, trotz meiner Scannerpersönlichkeit Projekte strukturiert anzugehen und meine Ideen und Projekte auch wirklich umzusetzen - und zwar auf meine eigene, flexible, scannertaugliche Art und Weise.

 

Diese Erfahrungen, die ich in mittlerweile mehr als 10 Jahren gesammelt habe, gebe ich in meinen Coachings und Angeboten gern an andere Scanner weiter.

 

Wenn du für dich auch das Gefühl hast, Scanner zu sein und wenn du endlich einmal Struktur in deine 100.000 Ideen bringen willst - und das auf eine Art und Weise, die deinem Persönlichkeitstyp entspricht - dann schreib mir gerne.

 

Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen und mit dir gemeinsam daran zu arbeiten, DEINE Ideen endlich hinaus in die Welt zu bringen.

Hier kannst du dir (natürlich kostenlos) die Infografik zum Thema "Was ist eine Scanner-Persönlichkeit" herunterladen.

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Infografik: Was ist eine Scanner-Persönlichkeit
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Kommentare: 4
  • #1

    Klemens Kolberg (Sonntag, 23 Mai 2021 08:57)

    Vielen Dank für die Ausführungen!�
    ...über Anne habe ich vor Jahren diese Definition zu den Eigenschaften erfahren und bin dankbar, damit fokussierter zu arbeiten, weil es wichtig ist zu wissen, dass es okay ist.
    Damit lassen sich Gedanken und Fokus auf die wirklich wichtigen Aufgaben lenken!

  • #2

    Housem Atrache (Freitag, 04 Juni 2021 11:15)

    Lese das erste mal heute (bzw. gestern abend) davon. Hatte ende 2011 einen schwerwiegenden Unfall und befinde mich seid dem auf meiner Selbstfindungsreise. Manchmal denke ich mir ich bin falsch aufgehoben hier in Deutschland.

  • #3

    SallyReese (Freitag, 18 Juni 2021 10:55)

    Das bin ich! Hab gerade was über Shary Reeves gelesen, die sich selbst als Scanner-Persönlichkeit bezeichnet, daraufhin hab ich den Begriff gegoogelt....was soll ich sagen: genau das ist mein Leben! Ich würde bzw. verändere mich alle paar Jahre beruflich, und genau das brauche ich! Im jetzigen Beruf bin ich jz fast 10 Jahre, und es juckt mich was komplett anderes zu machen! Meine Freundinnen verstehen das gar nicht, aber ich werd unruhig, wenn zuviel Routine/Stillstand ist! Auch sonst mach ich 1000 Sachen was Handarbeit/Malen/Deko/Garten/Kreatives angeht, mit dem Fertigstellen oder was Dauerhaftem tu ich mich manchmal schon schwer, vieles mach ich nur einmal, dann ist auch gut....Mein Mann kennt mich nur so, versteht es & liebt mich so wie ich bin! Gerade beruflich kommt von ihm auch schon mal der Spruch: "Ich glaub es ist mal wieder Zeit für was Neues für Dich!" Danke für diese Website!

  • #4

    Harry Regnilk (Freitag, 02 Juli 2021 11:45)

    Danke für den Artikel. Ich bin Lehrer, schon über der Rentengrenze und MUSS in der Schule bleiben, weil mir ein Leben nur im pesionärs-langweiligen draußen schrecklich erscheint. Es stimmt schon, dass Lehrer ein idealer Beruf für Scanner ist, vor allem in meinem Bereich, wo viele Varianten des Mensch-seins zusammen sind: das gilt v.a. für Grund- und Förderschule. Vielleicht noch in Haupt-/Gemeinschaftsschule.
    Ich war bisher, aus genau den Gründen, die oben genannt werden, oft sehr unzufrieden. Danke für die Orientierung!