Ich schaffe es nicht, an etwas dranzubleiben ... Mit diesen 5 Tipps gelingt es leichter.

Kennst du das? Du hast das Gefühl, dass es bei deinen Projekten irgendwie hakt und möchtest etwas verändern. Du nimmst dir neue Routinen und Arbeitsabläufe vor, probierst neue Tools aus, strukturierst deine to-do-Liste neu und eine Weile lang fühlt es sich auch gut an. Die neuen Methoden und Tools machen Spaß und du hast das Gefühl, jetzt endlich angekommen zu sein.

Doch dieses Gefühl ist oft auch schnell wieder verflogen. Die neu angefangenen Routinen werden mühsam, die to-do-Liste ist nicht mehr aktuell, das neue Tool fühlt sich doch nicht so gut an und irgendwie kommst du mit deinen Projekten einfach nicht voran.

Und da du bei vielen deiner Projekte in der Regel niemanden hast, der deine Arbeitszeiten und Fortschritte kontrolliert und dir mahnend "im Nacken sitzt", haben Aufschieberitis, Ablenkungen und Verzettel-Chaos leichtes Spiel.

Doch was ist es eigentlich, das dich immer wieder davon abhält, an Projekten dranzubleiben? Was ist es, das dich ausbremst und dich gefühlt immer wieder auf den Punkt Null zurücksetzt? Und was kannst du dagegen tun?

Hier sind 5 Faktoren, die dir beim Dranbleiben helfen können.


1.) Überprüfe dein Ziel/Projekt.
Frage dich einmal selbst: Ist dein Ziel wirklich noch DEIN Ziel? Passt dein Ziel noch zu dir und dem Menschen, der du heute bist? Oder hältst du an einigen Zielen nur fest, weil du glaubst, dies tun zu müssen?

Wir alle verändern uns und mit uns dürfen sich auch unsere Ziele und Projekte verändern.

Wenn du nicht mit Herz hinter einem Projekt stehst, dann wird die Durchführung schnell mühsam und kostet dich viel Kraft und Energie.

Frage dich also, ob es das wert ist und überprüfe für dich:
•    Ist dieses Projekt wirklich noch ein Herzensanliegen für dich?
•    Für wen oder was machst du das Ganze eigentlich?
•    Macht dir dein Projekt noch Freude?
•    Stimmt das Projekt noch mit deinen ursprünglichen Zielen überein?
•    Stimmt das Projekt noch mit deinen Werten und Einstellungen überein?
•    Ist dein Ziel noch DEIN Ziel?
•    Erfüllt dich das Projekt mit Sinn?

Wenn dein Ziel wirklich DEIN Ziel ist und du voll und ganz dahinterstehen kannst, dann bleib dran und mach weiter.

Wenn für dich aber klar wird, dass ein Projekt
•    kein wirkliches Herzensanliegen mehr für dich ist,
•    nichts mehr mit dir zu tun hat
•    dir keine Freude mehr macht
•    nicht mehr mit deinen ursprünglichen Zielen übereinstimmt
•    nichts mehr mit deinen Werten zu tun hat
•    eigentlich gar nicht mehr DEIN Projekt ist und du nur drangeblieben bist, um es jemand anderem Recht zu machen
•    dich nicht mehr mit Sinn erfüllt

dann gib dir selbst die Erlaubnis, das Projekt loszulassen zu dürfen.


2.) Das große Ziel klar vor Augen haben
Ganz ehrlich - weißt du bei all den Dingen, die auf deiner to-do-Liste stehen, eigentlich noch, WARUM du diese machst?

Oft verstrickst du dich in den kleinen Detail-Aufgaben, dass dir der Blick für das große Ganze verloren geht. Wenn du dich jedoch daran erinnerst, WARUM du eine bestimmte Sache tust, fällt es dir auch bei unangenehmen Aufgaben leichter, dranzubleiben und weiterzumachen.

Doch was kannst du tun, um dein großes Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren?

Die erste Möglichkeit ist: Schreib dein großes Ziel bewusst auf.

Sicher hast du diesen Satz schon oft gehört.
Aber sei einmal ehrlich: wann hast du dies das letzte Mal wirklich ganz bewusst getan?
Es ist eine Sache, zu wissen, dass es gut ist, Ziele zu formulieren - eine ganz andere aber, dies auch wirklich zu tun.
Nimm dir also bewusst Zeit und formuliere deine Ziele schriftlich aus.

Solltest du dies schon einmal getan haben, dann nimm deine alten Notizen zur Hand und überprüfe, ob deine Ziele immer noch stimmig und richtig für dich sind.


Die zweite Möglichkeit: Visualisiere dein großes Ziel

Noch so ein Punkt, den du sicher schon oft gehört hast. Aber hier ist es wie beim Aufschreiben. Es zu wissen ist eine Sache, es zu tun eine ganz andere.

Unser Unterbewusstsein arbeitet stärker mit Bildern als mit Sprache. Mache dir diese Eigenschaft zunutze. Suche dir Bilder im Internet oder aus Zeitschriften heraus, die dich an dein Ziel erinnern. Wenn du magst, stell daraus ein Visionboard zusammen oder hefte dir die Bilder an den Kühlschrank oder deine Pinwand.

Es müssen übrigens nicht immer nur Bilder sein. Auch kleine Gegenstände und Symbole (ich nenne sie "optische Anker") können dich an dein Ziel erinnern.

Wichtig bei allen Gegenständen und Bildern: verändere zwischendurch immer wieder deren Standort. Unser Gehirn gewöhnt sich schnell an neue Dinge und nimmt sie irgendwann nicht mehr bewusst wahr. Positioniere deine "optischen Anker" also immer wieder an einem anderen Ort, damit die Erinnerung "frisch" bleibt.


3.) Den nächsten Schritt klar vor Augen haben
Nicht nur dein großes Ziel, auch die nächsten Schritte, die dich zu diesem führen, sollten dir klar vor Augen sein.

So, wie der Blick für das große Ganze fehlen kann, so kann dir auch der Blick für den kleinen nächsten Schritt verloren gehen. Wenn bei mir Dinge und Projekte ins Stocken geraten, dann liegt dies oft daran, dass ich eigentlich gar nicht genau weiß, welches der nächste, konkrete Schritt ist, der gerade anliegt.

Hier kann es hilfreich sein, sich bewusst eine "Liste der nächsten Schritte" anzulegen.
Achte darauf, dass diese Schritte so klein sind, dass sie deinen inneren Widerstand nicht herausfordern.
Barbara Sher nennt dies in ihrem Buch "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast" die "kleinste zumutbare Einheit".

Überlege einmal für dich:
Welcher Schritt ist so klein, dass er dir leicht von der Hand geht? Das können wirklich fast schon lächerliche Kleinigkeiten sein. Es kann bedeuten, vielleicht nur einen einzigen Abschnitt oder gar nur einen einzigen Satz für deinen neuen Artikel zu schreiben, vielleicht nur 5 Kassenbelege für deine Steuererklärung zu kopieren und richtig einzusortieren, vielleicht nur 10 Minuten an deinem Bild zu malen, oder nur das Material bereitzulegen und den Tisch aufzuräumen oder aber nicht gleich das ganze Haus, sondern nur das eine Regal, die eine Schublade aufzuräumen.

Wenn wir die Schritte klein genug halten, wird unser innerer Widerstand nicht so schnell hervorgerufen. Eine Liste mit kleinen "Baby-Steps", die dich Schritt für Schritt in Richtung deines Zieles führt, hilft dir, dranzubleiben. Denn es ist immer noch besser, langsam voranzukommen, als stehenzubleiben.


4.) Zu viele offene Projektbaustellen
Ein weiterer Punkt, der dich am Dranbleiben hindern kann ist, zu viele offene Projektbaustellen gleichzeitig im Kopf zu haben. Es ist zwar durchaus möglich, mehrere Projekte parallel zu verfolgen, aber an mehr als fünf Projekten gleichzeitig fokussiert dranzubleiben gelingt nur äußerst selten.

Was aber kannst du tun, wenn dir ständig neue Ideen im Kopf herumschwirren, die alle auf ihre Art verlockend erscheinen?

Hier habe ich drei Schritte für dich, die dir helfen, deine Projektideen zu strukturieren.

Schritt 1:    Sammle ALLE deine Ideen
In diesem Schritt geht es zunächst einmal darum, JEDE kreative Idee, die dir durch Kopf rauscht, festzuhalten, denn wenn du die Dinge aufschreibst, schaffst du so Platz und Ruhe im Kopf.

Sei dabei großzügig mit dir selbst. Viel zu oft stempeln wir neue Ideen zu früh als unrealistisch und nicht machbar ab und so versanden hunderte guter Projekte. Durch das Festhalten deiner Ideen kannst du dir sicher sein, dass dir kein guter Gedanke verloren geht und du ggf. später immer wieder darauf zurückgreifen kannst.

Wenn es um das Sammeln und Festhalten von Ideen geht, arbeite ich persönlich am liebsten mit einem Projektbuch.

Ein Projektbuch ist ein großes, leeres Notizbuch, in dem all deine Ideen Platz finden und auf dem Papier weitergesponnen werden können. Das Projektbuch gibt dir Raum und Möglichkeit, all deine Ideen festzuhalten, weiterzuspinnen, vorzuplanen und auszugestalten.
Im Projektbuch darf es ruhig wild, bunt und ungeordnet zugehen. Es geht hier darum, auf kreative Art und Weise mit deinen Ideen zu spielen und ein Gefühl dafür zu bekommen, ob und wie viel Potential in ihnen steckt. Hier wird noch nicht gewertet oder strukturiert. Es geht lediglich darum, deine Ideen festzuhalten und ihnen auf spielerische und kreative Weise Raum und Wertschätzung entgegen zu bringen.

 

In DIESEM BLOGARTIKEL erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du dein persönliches Projektbuch anlegen kannst.


Neben dem Projektbuch gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, deine Gedanken und Ideen festzuhalten. Ob du nun Notizbücher, Schmierzettel, Post It´s, Handy-Notizfunktion oder Online-Tools wie Trello oder Evernote nutzt - wichtig ist nur, dass es einen Ort gibt, an dem du all deine Ideen sammeln kannst.


Schritt 2:    Entscheide, aus welchen Ideen du konkrete Projekte machen willst.
Wenn du all deine Ideen gesammelt hast, schau dir deine Sammlung an und entscheide nun, aus welchen deiner Ideen du wirklich konkrete Projekte machen willst. Ich rate dir dabei, möglichst nicht mehr als fünf Fokus-Projekte gleichzeitig anzugehen.

Mögliche Fragen, die dir Entscheidung erleichtern, können sein:
•    Wie sehr liegt mir dieses Projekt am Herzen?
•    Wie viel Zeit/Aufwand/Energie wird mich die Verwirklichung dieses Projektes voraussichtlich kosten?
•    Wie sehr bringt mich dieses Projekt meinem großen Ziel näher?
•    Wie viel Spaß und Freude würde mir dieses Projekt machen?

Entscheide dich auf diesem Weg für maximal fünf Fokus-Projekte. Schreibe diese Projekte auf ein separates Blatt und hänge dies gut sichtbar für dich auf.

Schritt 3:     Reserviere dir für jedes deiner Fokus-Projekte feste Zeitblöcke in deiner         Wochenplanung
Aufschreiben und Entscheiden waren nur die ersten Schritte. Nun geht es darum, deinen Fokus-Projekten gezielt Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich persönlich arbeite hier gerne mit Zeitblöcken. Wie lang diese Zeitblöcke sind, kann ganz unterschiedlich sein. Du kannst mit der Pomodoro-Technik arbeiten und Zeitblöcke von jeweils 25 Minuten einplanen. Bei manchen Projekten kann es aber auch durchaus sinnvoll sein, vielleicht auch 60 oder 90 Minuten am Stück für eine Sache einzuplanen.

Wie lang deine Zeitblöcke werden, hängt auch von deiner individuellen Arbeitsweise ab.
Beobachte dich einmal ein paar Tage lang selber. Wie lange kannst du gut und konzentriert an einer Sache bleiben? Was ist dein persönliches Wohlfühl-Zeitfenster? Und zu welchen Tageszeiten geht dir die Arbeit am leichtesten von der Hand (Stichwort Lerche und Eule)?

Schau nun, dass du dir entsprechend große Zeitblöcke für deine Fokus-Projekte reservierst.
Wie du diese Zeitblöcke in deiner Woche verteilst, ist ganz dir überlassen. Du könntest dir für jeden Wochentag ein Fokus-Projekt vornehmen, oder aber auch mehrere kleine Zeitblöcke für deine verschiedenen Projekte über den Tag verteilen. Experimentiere damit ein wenig herum und schau, was sich für dich gut und richtig anfühlt.


5.) Unterstützung von Anderen und "soziale Kontrolle"
Eine der besten Methoden, die ich persönlich beim Dranbleiben erlebt habe, ist die, andere Menschen als Unterstützung mit einzubeziehen.

Dies kann auf unterschiedliche Arten geschehen, z.B. mit einem Accountability-Partner, in einer Mastermind-Gruppe/einem Erfolgsteam oder mit einem Coach.

In einer Accountability-Partnerschaft tun sich zwei Menschen, die gemeinsam ihre Ziele erreichen und ihre Projekte verwirklichen wollen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Dies kann durch reale Treffen und Telefonate aber auch durch Skype-Gespräche und E-Mails geschehen. Gemeinsam werden regelmäßige Termine vereinbart, bei denen sich die Partner gegenseitig erzählen, wo sie gerade mit ihrem Projekt stehen, was sie bereits geschafft haben, wo sie Hilfe und Unterstützung brauchen und welche Ziele sie sich für die kommende Zeit vornehmen.

Diese Form der "sozialen Kontrolle" habe ich persönlich als äußerst hilfreich erlebt. Ich weiß, "Kontrolle" scheint auf den ersten Blick ein hartes Wort. Ich habe aber die Erfahrung gemacht: wenn ich weiß, dass Person X zum Zeitpunkt Y nachfragt, wie es denn um die Schritte, die ich mir vorgenommen habe, wirklich steht, dann bin ich ganz anders motiviert, ins Tun zu kommen und setze die Dinge eher um, als wenn ich nur für mich alleine arbeiten würde.

Das gleiche Prinzip funktioniert auch wunderbar in Gruppenform. In Mastermind-Gruppen bzw. Erfolgsteams tun sich gleich mehrere Menschen zusammen, um sich gegenseitig bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Hierbei kann jeder der Gruppenteilnehmer von den Erfahrungen und der Motivation der anderen Teilnehmer profitieren.

Wenn du Lust auf Austausch und konkrete Unterstützung hast, dann schau doch gerne mal in meiner Facebook "#kreafantastisch - Die Gruppe für vielbegabte Scanner-Persönlickeiten" vorbei. In dieser tollen Gruppe finden sich Gleichgesinnte zusammen, die Tipps und Motivation austauschen und sich gegenseitig beim dranbleiben unterstützen.


Zusammenfassung
Folgende Schritte kannst du unternehmen, wenn deine Projekte ins Stocken geraten und du nicht mehr vorankommst:

•    Überprüfe, ob dein Ziel wirklich noch DEIN Ziel ist, passe es ggf. an oder lass es los.
•    Schreib dein großes Ziel bewusst auf.
•    Visualisiere dein Ziel und wechsle regelmäßig die Standorte deiner "optischen Anker"
•    Brich dein großes Projekt auf die "kleinste zumutbare Einheit" herunter und leg dir eine Liste der nächsten Schritte an.
•    Sammle alle deine Ideen an einem Ort.
•    Entscheide dich für maximal 5 Fokus-Projekte und hänge diese gut sichtbar auf.
•    Reserviere dir feste Zeitblöcke für deine Fokus-Projekte
•    Such dir Unterstützung in Form eines Accountability-Partners oder eines Erfolgsteams/einer Mastermind-Gruppe.

Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren und Umsetzen.

Deine Projekte warten auf dich. Also - leg los und bleib dran :-)

Deine


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Kommentare: 1
  • #1

    Silvia Berft (Freitag, 12 Februar 2021 10:24)

    Ein sehr schöner Artikel, Sandra.